Ein Aviatik-Veteran wird 80


(von Bruno Petroni)


«2792 Flugstunden in 4454 Flügen sind genug»: Sechs Jahrzehnte lang war der begeisterte Thuner Hobby-Pilot Walter Schneider in der Luft. In den meisten Ländern Europas, Westafrika und sogar in den USA. Er hat 40 Länder und über 80 Inseln gesehen. So erflog er mit seiner Frau Dora auch alle Kanareninseln via Spanien und Marokko.  

Die Fliegerkarriere von Walter Schneider begann schon mit 18 Jahren mit den fliegerischen Vorkursen zum Militärpiloten. Nur ein diagnostizierter Gehörschaden hinderte ihn schliesslich an einer Laufbahn als Militärpilot. Trotzdem flog Schneider in der Folge während 62 Jahren 24 verschiedene Flugzeugtypen, gehörte der Leichten Fliegerstaffel 3 an und wurde zweifacher Schweizermeister im Präzisionsfliegen: 1973 im Team und 1983 Einzel (Elite).    

Jetzt hat Walter Schneider zu seinem 80. Geburtstag seine Flugbücher beiseite gelegt: «Einmal muss man der Realität in die Augen schauen und einsehen, dass es besser ist, freiwillig und ohne Druck von aussen, nach dem Motto ‹Im Leben hat alles seine Zeit› aufzuhören.» Schneider hat sich altershalber und aus Vernunft damit bewusst eine Eigenbeschränkung auferlegt.    

Der mehrjährige Parteipräsident der FDP Stadt Thun, Generalagent der ELVIA-/Allianz-Versicherung,  Fachexperte für Luftfahrtversicherungen inklusive Modellflug und langjährige Präsident des Aeroclubs Berner Oberland mit Führung des Flugplatzes Thun war neben der Motorfluggruppe Thun auch Aktivmitglied in einer kleinen Haltergemeinschaft  – zuletzt flog er mit der Beech Musketeer HB-EWE von Reichenbach aus in die angrenzenden Länder der Schweiz. Sein letzter Flug führte ihn nach Mégève und zurück.  

Das schönste aller Flugabenteuer erlebte Schneider 1988: «Da bin ich mit meiner Dora während einer Woche von Phoenix Arizona aus mit einer gemieteten Maschine durch den Grand Canyon, über das Monument Valley, Lake Powell und die Rainbow-Bridge durch den Westen der USA geflogen. Mehr geht eigentlich nicht. Einfach fantastisch.» Unvergesslich auch die Landung bei seinem allerersten Soloflug im Juli 1960: «Bei der Landung auf der Graspiste von Bern-Belp blieb das Heckrad in einem Mause-Loch stecken und brach ab. Ich konnte die Heckrad-Piper L4 aber trotzdem schadlos zum Stillstand bringen.» 


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